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WORLD MASTERS SQUASH CHAMPIONSHIPS (Bericht von Claudio Hassler)

WORLD MASTERS SQUASH CHAMPIONSHIPS (CHARLOTTESVILLE USA)

                         

Es war ohne Zweifel ein grossartiges Turnier!

Perfekt organisiert in einem tollen Center mit 14 Courts und 2 Glascourts.

780 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 19 Kategorien.

Voll digitalisierte Resultat-Erfassung und blitzschnelle online-Infos.

Omnipräsente Helfercrew, Handtücher und Wasserspender für alle.

Viele ehemalige Weltklasse-Spieler wie Natalie Grainger, Sarah Fitzgerald, Laurens Jan Anjema, Alister Walker, Wael Elhendy, Kenny Liam, Nick Taylor, Brett Martin, Zuko Kubukeli, Hansi Wiens, Mike Tootill, Willie Hosey oder Fredrik Johnson.

Tolle Resultate der offiziellen Schweizer Delegation:

  1. Rang (von 46!) im Nations Cup der kleinen Nationen.

- Alex Ugolini       35. Rang ü40 (verletzt angetreten)

- Andy Fritschi      19. Rang ü50

- Giorgio Sorio      10. Rang ü55

- Segio Orduña       7. Rang ü60

- Claudio Hassler    6. Rang ü70

aber auch 2 sehr bittere Niederlagen. . .

Da spielt Andy eines seiner besten Spiele überhaupt gegen den höher klassierten Deutschen Uwe Peters, holt 2 Sätze auf und erspielt sich im 5. einen Matchball, welcher eigentlich ins Nick zu fallen schien, nur Uwe rettete den Return mit dem Rahmen und der fiel auf der anderen Seite ins Nick. . . und knickte damit spürbar die Euphorie und den Adrealin-Fluss - 2 kleine Fehler als Folge besiegelten dann die bitterste Niederlage seiner Karriere mit 11:13. Da möchte man eigentlich am liebsten das Racket auf den Grill werfen, aber Andy hat diese schwer verdauliche Niederlage mit sportlicher Grösse weggesteckt! Schafft nicht jeder. Chapeau!

Giorgio spielte sich souverän in den Achtelfinal, wo er auf die Nr. 3 aus Australien Peter Gilbee traf. Weil chancenlos im ersten Satz deutete alles auf ein schnelles Ende des Matches hin. Nur Giorgio schaffte grossartig kämpfend 2 Mal die Wende bis zum 10:10 im 5. Satz - das Ende war dann eine schlechte Kopie der Niederlage von Andy. Noch wurmiger, weil Gilbee am Schluss die Silbermedaille abholte. Daran wird sich Giorgio orientieren und wer weiss, was da in Zukunft mit ein wenig mehr Glück mal möglich sein wird.

Sergio tat es Giorgio gleich mit dem kleinen Unterschied, dass er den Achtelfinal mit grosser Konzentration, tollen Boasts und schnellen Beinen gegen Ian Bradburn in 4 Sätzen gewann. Dafür durfte Sergio am anderen Tag auf dem Centercourt gegen die Nr. 2 Jeremy Goulding (England) antreten. Das sah sehr gut aus bis zum 10:12 im 2. Satz. Danach riss der Faden an mehreren Stellen und Sergio produzierte ca.10 Fehler ohne Not am Stück. Nach einer relativ deutlichen Niederlage gegen den amtierenden World Champion aus Deutschland Udo Kahl, war das 3:0 im Spiel um Platz 7 ein aufstellender Abschluss.

Ein ganz spezielles Erlebnis war diese WM für mich. Nach dem Halbfinal an der EM letztes Jahr in Polen, ist der Viertelfinal hier noch höher einzustufen, da die Konkurrenz doch wesentlich stärker war.

Ich brauchte schon in der 3. Runde alle meine Künste (und etwas Glück) um unter die letzten 8 vorzustossen. Dort war beim Weltmeister von 2014 Bryan Cook (Aus) wie erwartet Endstation. Dann wurde mir noch der amtierende World-Champion 2016 Bert Kornyei (USA) als Knacknuss in den Court gestellt. 50 min Kampf am Limit, 11:9 9:11 11:9 10:12 und 5:8 hinten im 5. Satz gelang mir was Andy verwehrt blieb, der Lob beim Matchball ins Nick. . . Darum sind Siege im Sport zum Teil so schön, weil Niederlagen so bitter sein können.

Bleibt Alex Ugolini - seine Knöchelverletzung vor 7 Wochen war noch nicht total verheilt, er wollte es sich trotzdem nicht nehmen lassen, an diesem grossen Event teilzunehmen. Logisch dass er keine grossen Spiele zeigen konnte, aber mit jedem Spiel gings dem Fuss besser und damit kann die Vorbereitung für Hamburg beginnen.

Bei allem technischen und digitalen Fortschritt, den unser Sport langsam und gemächlich erzielt, ist eine Sache ganz offensichtlich nicht aus der “Tradition” zu verbannen: da wird fast bei jedem Schiedsrichter-Entscheid argumentiert, diskutiert, gestikuliert, erklärt und bisweilen geschrien, aber wenn ein Spieler beim Matchball den 50. glasklaren Fussfehler produziert, interessiert das weder Spieler noch Schiedsrichter - ziemlich unglaublich! (siehe Foto)

Wenn man dann noch offizielle Refs fragt, wozu denn die roten Linien da unten dienten, erhält man die schrägsten Antworten. Das reicht von "auf das schaue ich gar nicht" bis zu "das fällt mir gar nicht auf und ist im Squash auch nicht so wichtig" bis zum Hammer-Argument "das dient mehr der Orientierung. . . .!!"

Ob denn die Service-Linie auch mehr der Orientierung diene, habe ich nachgefragt. "nein das ist was anderes" war die einleuchtende Antwort.

Es war ein grossartiges Erlebnis und Masters Squash auf höchstem Niveau. Auch in Europa boomt die Szene enorm, im Oktober ist das erste Super Series Masters in Hamburg mit 250 Teilnehmern bereits ausgebucht.

Claudio Hassler

 WM18Masters0

 WM18Masters1

WM18Masters2

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